Berufspolitik kann sehr spannend sein – manchmal auch ein bisschen wie eine Lightvariante von House of Cards.

In der konstituierenden Sitzung der Kammer wurde zunächst das neue Präsidium gewählt. Es war interessant und bewegend, die Bewerbungsreden der Präsidentin und des Vizepräsidenten zu hören. So bekam ich einen ersten Eindruck davon, was deren Herzensanliegen sind und welche Themen uns in den nächsten 4 Jahren Kammerarbeit erwarten werden.

Die Ausbildungsreform und die Gestaltung der Weiterbildung werden dabei natürlich eine wesentliche Rolle spielen. Anfang November war das reformierte PsychThG ja gerade verabschiedet worden und die Delegiertenversammlung stand (zumindest für mich) noch im Licht dieser Ereignisse.

Im Anschluss wurden die Delegierten für den deutschen Psychotherapeutentag (“DPT”, wie eine Art “Parlament des Berufsstandes”) gewählt. Auf dem DPT treffen sich hochrangige Vertreter*innen der Berufsverbände – wie Rainer Richter betonte – als Vertreter*innen der Länderkammern und nicht der Verbände.

Enttäuschend aus PiA Sicht ist hier, dass kein*e PiA als Vertreter*in aus den Reihen der Delegierten zum DPT entsandt wird. Lediglich ein Stellvertreter*innen-Posten wurde einer PiA zuteil.

Nachdem auf dem vorletzten DPT die Delegierten gegen ein Antrags- und Stimmrecht für die Bundeskonferenz PiA gestimmt hatten, wäre dies eine Möglichkeit für eine Vertretung unserer Gruppe auf dem bundesweiten Parkett – mit Antrags- und Stimmrecht – gewesen.

Ich als PiA-Delegierte in der Kammer finde dies besonders bedauerlich, weil in Hamburg etwa 10% der Kammermitglieder PiA sind und diese daher meiner Ansicht nach eine eigene Repräsentanz, auch auf der Bundesebene verdient gehabt hätten.

So bleibt es weiter dabei, dass PiA darauf hoffen müssen, dass andere gute Politik für sie machen.

Echtes Empowerment sieht für mich anders aus.